Automatik richtig fahren: Was P, R, N und D bedeuten – und welche Fehler Anfänger vermeiden sollten
Warum fühlt sich ein Automatikauto beim ersten Losfahren manchmal komplizierter an, obwohl doch eigentlich weniger zu tun ist? Genau diesen Eindruck haben viele Fahrer, die jahrelang nur Schaltwagen bewegt haben. Der linke Fuß sucht unwillkürlich nach der Kupplung, die rechte Hand möchte zum Schalthebel greifen, und beim Blick auf P, R, N und D fragt man sich kurz, was davon man eigentlich wann braucht. Nach wenigen Fahrten verschwindet diese Unsicherheit meistens. Einige Gewohnheiten sollte man sich allerdings gleich richtig angewöhnen.
Der größte Unterschied sitzt zunächst im linken Fuß
Wer vom Schaltwagen kommt, sollte sich eine Sache besonders bewusst machen: Der linke Fuß bleibt beim Automatikfahren unbenutzt. Ich habe schon erlebt, dass Umsteiger instinktiv mit links auf die Bremse treten wollten, weil sie dort die Kupplung erwarteten. Das endet häufig in einer überraschend starken Bremsung.
Am einfachsten ist es, den linken Fuß bewusst auf der dafür vorgesehenen Ablage stehen zu lassen. Gas und Bremse werden ausschließlich mit dem rechten Fuß bedient. Das wirkt anfangs ungewohnt, wird aber erstaunlich schnell selbstverständlich.
Auch das Verhalten des Autos beim Lösen der Bremse überrascht Anfänger gelegentlich. Viele klassische Automatikfahrzeuge beginnen langsam zu rollen, obwohl das Gaspedal noch gar nicht berührt wurde. Dieses sogenannte Kriechen ist beim Rangieren sogar praktisch. Auf einem Parkplatz braucht man deshalb oft kaum Gas – ein fein dosiertes Bremspedal reicht häufig aus.
P, R, N und D muss man nicht ständig benutzen
Die Buchstaben am Wählhebel sehen zunächst nach mehreren Betriebsarten aus, im normalen Alltag braucht man davon aber hauptsächlich D und R. Die Bedeutung ist schnell verstanden:
- P steht für Parken und wird beim Abstellen des Fahrzeugs verwendet.
- R aktiviert den Rückwärtsgang.
- N bedeutet Neutral; der Antrieb ist dabei vom Vortrieb getrennt.
- D ist die normale Fahrstellung für die Vorwärtsfahrt.
Ein typischer Anfängerfehler besteht darin, an jeder Ampel auf N oder sogar P zu wechseln. Das ist bei modernen Automatikgetrieben normalerweise nicht nötig. Steht das Fahrzeug nur kurz, kann der Wählhebel einfach auf D bleiben, während die Bremse gehalten wird. Das Auto ist genau für diesen Betriebszustand ausgelegt.
Wer noch unsicher beim grundlegenden Ablauf vor der ersten Fahrt ist, sollte sich außerdem mit dem Starten eines Autos mit Automatikgetriebe vertraut machen. Gerade die Kombination aus Bremspedal, Wählhebelstellung und Startknopf beziehungsweise Zündschlüssel unterscheidet sich etwas von dem Ablauf, den Fahrer eines Schaltwagens gewohnt sind.
Erst vollständig stehen, dann die Fahrtrichtung wechseln
Eine Gewohnheit sehe ich beim Rangieren besonders kritisch: Manche Fahrer wechseln von R auf D, während das Fahrzeug noch rückwärts rollt. Bei älteren Getrieben merkt man manchmal sogar einen deutlichen Ruck. Auch moderne Systeme können solche Bedienfehler teilweise abfangen, zur normalen Fahrweise sollte das trotzdem nicht gehören.
Die bessere Reihenfolge ist unspektakulär: vollständig bremsen, kurz stehen, Fahrstufe wechseln und anschließend wieder losrollen. D und R sollten grundsätzlich erst bei stehendem Fahrzeug gewechselt werden. Gerade beim schnellen Einparken kostet diese kleine Pause vielleicht eine Sekunde, behandelt das Getriebe aber wesentlich vernünftiger.
Beim Parken nicht nur auf die Stellung P vertrauen
Beim Abstellen des Autos gibt es ebenfalls eine Kleinigkeit, die sich als gute Routine bewährt. Besonders an einer Steigung sollte nicht das gesamte Fahrzeuggewicht auf der Parksperre des Getriebes lasten. Ich halte deshalb zunächst mit der Fußbremse an, betätige die Feststellbremse und wähle anschließend P.
Wer dagegen zuerst P einlegt und das Fahrzeug danach gegen die Parksperre rollen lässt, bemerkt beim nächsten Losfahren manchmal, dass sich der Wählhebel ungewöhnlich schwer aus P lösen lässt. Die Feststellbremse sollte das Fahrzeug halten, nicht die Parksperre allein.
Nach wenigen Kilometern wird das Fahren erstaunlich ruhig
Das Interessante am Automatikauto ist, dass man nach kurzer Eingewöhnung kaum noch über das Getriebe nachdenkt. Statt Schaltpunkte zu planen, kann man sich stärker auf Abstand, Verkehr und Geschwindigkeit konzentrieren. Gerade im Stadtverkehr empfinde ich das als angenehm.
Die beste Eingewöhnung besteht deshalb nicht darin, jeden Buchstaben am Wählhebel theoretisch auswendig zu lernen. Eine ruhige erste Fahrt auf einem bekannten Parkplatz oder einer wenig befahrenen Strecke bringt mehr. Wer dort bewusst mit nur einem Fuß arbeitet, das Kriechverhalten kennenlernt und sich für jeden Wechsel zwischen D und R einen Moment Zeit nimmt, entwickelt schnell die richtigen Bewegungen. Und genau daran erkennt man später einen sicheren Automatikfahrer: Die Bedienung wirkt nicht hektisch – eigentlich denkt man kaum noch darüber nach.